Diskriminativ oder generativ
Wenn jemand von „KI" spricht, meint er meistens eines von zwei sehr verschiedenen Dingen. Ein Spam-Filter, der entscheidet, ob eine E-Mail Werbung ist — und ein Textgenerator, der einen ganzen Aufsatz schreibt. Beides heißt KI, aber sie tun grundverschiedene Dinge.
Zwei Beispiele aus dem Alltag
Der Spam-Filter lernt aus tausenden E-Mails, die als „Spam" oder „kein Spam" markiert sind. Wenn eine neue E-Mail kommt, ordnet er sie einer der beiden Kategorien zu. Er erzeugt nichts — er entscheidet.
Der Textgenerator lernt aus Millionen Texten, wie Sprache aufgebaut ist. Wenn du ihn bittest, etwas zu schreiben, erzeugt er einen neuen Text, den es so vorher nicht gab. Er entscheidet nicht — er erschafft.
Das ist der grundlegende Unterschied:
- Diskriminative KI ordnet Daten einer Kategorie zu.
- Generative KI erzeugt neue Daten.
Im Vergleich
| Diskriminative KI | Generative KI | |
|---|---|---|
| Was tut sie? | Ordnet Daten in Kategorien ein | Erzeugt neue Daten |
| Beispiel | Spam-Filter, Gesichtserkennung | Textgenerator, Bildgenerator |
| Ausgabe | Eine Kategorie (z.B. „Spam") | Neuer Inhalt (z.B. ein Text) |
| Frage | „Was ist das?" | „Mach etwas Neues" |
| Lernziel | Muster erkennen und unterscheiden | Muster verstehen und reproduzieren |
Diskriminative KI nimmt vorhandene Daten und ordnet sie einer von mehreren Kategorien zu. Sie lernt, Merkmale zu erkennen, die eine Klasse von einer anderen unterscheiden.
Generative KI lernt die Verteilung von Daten so weit, dass sie neue, ähnliche Daten erzeugen kann. Sie produziert Inhalte, die es in genau dieser Form noch nicht gab, aber den gelernten Mustern folgen.
Die Frage „Was ist das?" ist diskriminativ. Die Frage „Mach etwas Neues" ist generativ. Alles weitere — welche Art des Lernens, welche Verfahren, welche Qualität — folgt aus dieser ersten Unterscheidung.