Informatik

Grundprinzipien des Datenschutzes

Personenbezogene Daten

Personenbezogene Daten sind alle Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare natürliche Person beziehen.

Entscheidend ist das Wort bestimmbar: Es kommt nicht darauf an, ob der Name dabeisteht, sondern ob sich mit vertretbarem Aufwand herausfinden lässt, um wen es geht.

Die zweite Abfrage lässt Vorname, Nachname und E-Mail weg.

a) Sind die verbliebenen Daten noch personenbezogen? Begründe.

b) Wie viele Menschen in der Datenbank teilen sich dieselbe Kombination aus Geburtsjahr und Postleitzahl? Finde es mit einer Abfrage heraus.

c) Was folgt daraus für die Frage aus a)?

Tipp zu b)

Gruppiere nach beiden Spalten und zähle. Interessant sind die Gruppen mit genau einer Person.

Lösung. Erfrage das Passwort bei deiner Lehrkraft.

Der bekannteste Fall dazu stammt aus den 1990er Jahren: Ein US-Bundesstaat veröffentlichte Krankenversicherungsdaten seiner Angestellten „anonymisiert" – ohne Namen und Adressen, aber mit Geburtsdatum, Geschlecht und Postleitzahl.

Die Informatikerin Latanya Sweeney kaufte für 20 Dollar das öffentliche Wählerverzeichnis, verband beide Datensätze über diese drei Merkmale und fand darin die Krankenakte des Gouverneurs. Ihre spätere Untersuchung ergab, dass sich ein großer Teil der US-Bevölkerung allein über Geburtsdatum, Geschlecht und Postleitzahl eindeutig bestimmen lässt.

Übertrage das auf die Festivaldatenbank: Welche zusätzliche Quelle bräuchte man, um die Bewertungen einzelnen Personen zuzuordnen?

Die fünf Grundprinzipien

Prinzip Bedeutung
Verbot mit Erlaubnisvorbehalt Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist grundsätzlich verboten – erlaubt nur, wenn ein Gesetz sie gestattet oder die betroffene Person eingewilligt hat.
Datenminimierung Es werden nur die Daten erhoben, die für den Zweck wirklich nötig sind.
Zweckbindung Daten dürfen nur für den Zweck verwendet werden, für den sie erhoben wurden.
Transparenz Betroffene müssen wissen, wer welche Daten über sie zu welchem Zweck verarbeitet.
Erforderlichkeit Auch innerhalb eines erlaubten Zwecks darf nur so viel verarbeitet werden, wie zur Erreichung nötig ist – zeitlich und inhaltlich.

Die Reihenfolge, in der man prüft:

  1. Gibt es überhaupt eine Rechtsgrundlage? (Verbot mit Erlaubnisvorbehalt) – wenn nein, ist alles Weitere gegenstandslos.
  2. Welche Daten braucht der Zweck? (Datenminimierung, Erforderlichkeit)
  3. Wird für etwas anderes verwendet? (Zweckbindung)
  4. Wissen die Betroffenen davon? (Transparenz)

Die Festivaldatenbank prüfen

Der Zweck der Datenerhebung ist: Tickets verkaufen und Einlass gewähren.

Gehe die Tabelle besucherin Spalte für Spalte durch. Ist jede Angabe für diesen Zweck erforderlich?

vorname, nachname, geburtsjahr, plz, email

Begründe bei jeder Spalte mit einem der fünf Prinzipien.

Lösung. Erfrage das Passwort bei deiner Lehrkraft.

Zweckbindung im Konflikt

Nach dem Festival kommen vier Vorschläge aus dem Organisationsteam. Beurteile jeden anhand der fünf Prinzipien. Nenne jeweils das verletzte Prinzip – oder begründe, warum der Vorschlag zulässig ist.

a) „Wir schicken allen Besucherinnen eine E-Mail mit dem Programm des nächsten Jahres."

b) „Wir werten aus, aus welchen Postleitzahlen die Leute kommen, und planen danach die Shuttlebusse."

c) „Ein Sponsor möchte die E-Mail-Adressen kaufen. Das Geld brauchen wir dringend."

d) „Wir behalten alle Daten, falls wir sie später einmal brauchen."

Tipp

Frage bei jedem Vorschlag: Für welchen Zweck wurden die Daten erhoben? Ist das hier derselbe?

Lösung. Erfrage das Passwort bei deiner Lehrkraft.

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