Rückblick
Dieses Kapitel verlangt etwas anderes als die vorigen: kein richtiges Ergebnis, sondern ein begründetes Urteil. Bewertet wird nicht, zu welchem Schluss du kommst, sondern ob du die Schritte gegangen bist, die dorthin führen.
Das kann ich jetzt
- Ich kann entscheiden, ob eine Angabe personenbezogen ist – auch in Grenzfällen. (8.1)
- Ich kann die fünf Grundprinzipien benennen und auf einen Fall anwenden. (8.1)
- Ich kann die drei Schutzziele unterscheiden und zeigen, dass sie miteinander in Konflikt stehen. (8.2)
- Ich kann erklären, was Rechte und Sichten zur Vertraulichkeit beitragen. (8.2)
- Ich kann sagen, wozu Transaktionen dienen und welches Schutzziel sie sichern. (8.2)
- Ich kann einen Fall nach dem Prüfschema durcharbeiten und mit einer Abwägung abschließen. (8.3)
Gemischte Aufgaben
Aufgabe 1: Der Fall Mensa-Chip
Eine Schule führt ein bargeldloses Bezahlsystem für die Mensa ein. Jede Schülerin bekommt einen Chip. Gespeichert werden Name, Klasse, Guthaben und jede einzelne Buchung mit Datum, Uhrzeit und gekauftem Gericht. Die Daten bleiben bis zum Schulabschluss gespeichert. Die Schulleitung möchte die Auswertung nutzen, um zu erkennen, „welche Gerichte gut ankommen". Ein Lehrer schlägt zusätzlich vor, auffällige Essgewohnheiten an die Schulsozialarbeit zu melden. Die Datenbank liegt auf einem Server im Sekretariat; alle Lehrkräfte haben dasselbe Passwort.
Arbeite den Fall mit dem Prüfschema aus Lektion 8.3 durch. Geh dabei auf alle sieben Schritte ein und schließe mit einer Abwägung ab.
Tipp 1: Trenne die Zwecke
Im Text stecken drei verschiedene Zwecke: bezahlen, das Essensangebot planen und auf Auffälligkeiten reagieren. Prüfe jeden einzeln – die Antwort fällt für die drei unterschiedlich aus.
Tipp 2: Fragen, die weiterhelfen
- Braucht das Bezahlen wirklich die Angabe, was gekauft wurde – oder nur, wie viel es gekostet hat?
- Braucht die Speiseplanung Personenbezug, oder genügt eine Strichliste je Gericht?
- Was folgt aus dem gemeinsamen Passwort für die Schritte 5 und 6?
Aufgabe 2: Schutzziele auseinanderhalten
Sag für jeden Vorfall, welches der drei Schutzziele hauptsächlich verletzt ist, und nenne eine technische Maßnahme dagegen.
a) Eine Praktikantin kann in der Festivaldatenbank die E-Mail-Adressen aller Besucherinnen lesen, obwohl sie nur Auftrittszeiten pflegen soll.
b) Beim Übertragen einer Ticketbuchung fällt der Server aus. Das Geld ist abgebucht, das Ticket aber nicht eingetragen.
c) Die Festplatte mit der Datenbank geht am Freitag vor dem Festival kaputt.
d) Jemand ändert nachträglich die Zuschauerzahl eines Auftritts, und niemand kann sagen, wer es war oder welcher Wert vorher dort stand.
e) Die tägliche Sicherungskopie liegt unverschlüsselt auf einer USB-Festplatte im unverschlossenen Büro.
Aufgabe 3: Der Widerspruch aushalten
„Wenn wir alles speichern, können wir später mehr auswerten. Löschen vernichtet Wissen. Also speichern wir sicherheitshalber alles und entscheiden hinterher, was wir brauchen."
a) Nenne den Grundsatz, gegen den diese Haltung verstößt, und erkläre ihn in eigenen Worten.
b) Nenne trotzdem zwei Situationen, in denen das Argument einen wahren Kern hat.
c) Formuliere eine Regel für den Umgang mit Daten, die beiden Seiten gerecht wird.
d) Ein Mitschüler sagt: „Ich habe nichts zu verbergen." Entgegne mit zwei Argumenten, von denen mindestens eines nicht auf ihn selbst zielt, sondern auf andere.