Impressum und Datenschutz
Eine Webseite ist keine Privatsache, sobald sie öffentlich erreichbar ist. Zwei Pflichten kommen dann ins Spiel.
Das Impressum
Ein Impressum sagt, wer für eine Seite verantwortlich ist. Der Zweck: Wer sich durch eine Veröffentlichung verletzt sieht, soll wissen, an wen er sich wenden kann.
Bei einer rein privaten Seite ohne geschäftlichen Zweck ist es in Deutschland nicht zwingend vorgeschrieben – die Grenze ist aber unscharf, und schon ein Werbebanner kann sie überschreiten.
Hinein gehören mindestens:
- Vor- und Nachname
- eine ladungsfähige Anschrift
- eine E-Mail-Adresse
Für ein Schulprojekt gilt eine eigene Regel: Veröffentlicht wird über die Schule, und verantwortlich ist die Schule.
Sprich mit deiner Lehrkraft, bevor du irgendetwas ins Netz stellst. Deine private Anschrift gehört nicht auf eine Schulseite.
Beurteile, ob die Seiten ein Impressum brauchen. Begründe jeweils.
a) Eine Seite, die nur auf deinem eigenen Rechner liegt.
b) Eine Seite über deine Hobbys, öffentlich erreichbar, ohne Werbung.
c) Dieselbe Seite, aber mit einem Werbebanner.
d) Die Seite der Schülervertretung auf dem Schulserver.
Personenbezogene Daten
Personenbezogene Daten sind Angaben, mit denen sich ein Mensch bestimmen lässt: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Fotos, aber auch die IP-Adresse eines Geräts.
Für ihre Verarbeitung gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Drei Grundsätze davon reichen für den Anfang:
| Grundsatz | Bedeutung |
|---|---|
| Erlaubnisvorbehalt | Verarbeiten ist grundsätzlich verboten – erlaubt nur mit Rechtsgrundlage oder Einwilligung. |
| Datenminimierung | Nur erheben, was für den Zweck wirklich nötig ist. |
| Transparenz | Betroffene müssen wissen, was mit ihren Daten geschieht. |
Die dritte Zeile überrascht die meisten: Eine IP-Adresse ist ein personenbezogenes Datum.
Der Grund: Der Anschlussinhaber lässt sich über den Anbieter zuordnen. Und jedes Mal, wenn dein Browser eine Datei von einem Server holt, erfährt dieser Server deine IP-Adresse – er muss sie kennen, sonst kann er nicht antworten.
Daraus folgt etwas Praktisches: Jede Datei, die von einem fremden Server kommt, verrät diesem Server, wer deine Seite besucht. Das gilt für ein eingebundenes Bild genauso wie für eine Schriftart oder eine Landkarte.
Der unsichtbare Datenabfluss
Beurteile, welche der folgenden Zeilen dazu führen, dass ein fremder Server die IP-Adresse deiner Besucher erfährt.
a) <img src="bilder/ich.jpg" alt="…">
b) <img src="https://cdn.example.com/logo.png" alt="…">
c) <link rel="stylesheet" href="https://fonts.example.com/schrift.css">
d) <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein">Wikipedia</a>
e) <iframe src="https://www.youtube.com/embed/abc123"></iframe>
Tipp
Frage bei jeder Zeile: Holt der Browser dabei von selbst etwas von einem fremden Server – oder erst, wenn jemand klickt?
Was auf eine Seite gehört – und was nicht
Bevor du etwas veröffentlichst, geh diese Liste durch:
| Frage | Wenn nein … |
|---|---|
| Sind alle Bilder von mir oder ausdrücklich freigegeben? | Bild ersetzen |
| Ist jede abgebildete Person einverstanden? | Bild ersetzen oder Gesichter unkenntlich machen |
| Lade ich alles vom eigenen Server? | fremde Einbindungen ersetzen |
| Stehen dort personenbezogene Daten anderer? | löschen |
| Stehen dort personenbezogene Daten von mir, die ich in fünf Jahren noch dort haben will? | überdenken |
| Weiß meine Lehrkraft, was ich veröffentliche? | fragen |
Eine Gruppe hat eine Klassenseite gebaut. Beurteile jeden Punkt und schlage eine bessere Lösung vor.
a) Auf der Startseite steht ein Klassenfoto mit allen Namen darunter.
b) Unter Kontakt stehen die Handynummern der drei Gruppenmitglieder.
c) Die Schriftart wird von einem großen Anbieter nachgeladen.
d) Das Hintergrundbild stammt aus der Bildersuche.
e) Ein Video ist per iframe von einer Videoplattform eingebettet.
f) Im Impressum steht: „Verantwortlich: Klasse 10b".